Inhaltsverzeichnis:
- Café de Mujeres: Kaffee aus Guatemala von 57 Frauen – bei uns der Kaffee de Luchs
- Frauen übernehmen Verantwortung – das Projekt Café de Mujeres
- Cafecita: Vom Herzensimpuls zur starken Bewegung
- Ein Jahrzehnt voller Wirkung: Die Entwicklung von Cafecita
- Cafecita - Eine Philosophie, die bleibt
- Lampocoy – wo außergewöhnlicher Kaffee wächst
- Was diesen Kaffee so besonders macht
- Kaffee mit Haltung - Was dein Kauf von Café de Mujeres bewirkt
- Wie du den Café de Mujeres bekommst – als Kaffee de Luchs oder bald als Rohkaffee
Cafe de Mujeres – Kaffee von Frauen aus Lampocoy
Manche Kaffees erzählen Geschichten. Andere verändern Leben. Der Café de Mujeres tut beides – leise, aber bestimmt. Er steht für Eigenverantwortung, Qualität und die Kraft von Frauen, sich in einer männerdominierten Welt Gehör zu verschaffen. Wer ihn trinkt, genießt nicht nur exzellenten Hochlandkaffee – sondern unterstützt auch Mut, Selbstbestimmung und nachhaltige Perspektiven vor Ort.
Die Kaffeerösterei Kirmse hat sich ganz bewusst dafür entschieden, diesen Kaffee aus dem Projekt Cafecita ins Sortiment aufzunehmen – weil er nicht nur sensorisch überzeugt, sondern gezielt die Frauen in Lampocoy unterstützt. Für uns ist klar: Kaffee ist mehr als ein Getränk. Kaffee ist Haltung.
Café de Mujeres: Kaffee aus Guatemala von 57 Frauen – bei uns als Kaffee de Luchs
In der Vergangenheit haben wir in unserem Blog bereits über das beeindruckende Projekt Cafecita und die Kaffees aus Lampocoy berichtet – etwa über die neue Ernte des Kaffee de Luchs, unser Engagement für einen guten Zweck oder die Auswirkungen von Corona auf die Kaffeebauern in Lampocoy und den Kaffeehandel.
Und genau dieser Kaffee de Luchs ist der Café de Mujeres – ein sortenreiner Arabica-Kaffee aus Guatemala, gewachsen auf den Plantagen von 57 mutigen Frauen, die sich zusammengeschlossen haben, um ihren eigenen Weg zu gehen.

Aber warum Kaffee de Luchs? Der Name ist eine Hommage – an den Luchs als geschütztes Tier im Bayerischen Wald und an das gleichnamige Artenschutzprojekt, das wir mit jeder verkauften Packung Kaffee de Luchs mit 1€ unterstützen. So verbinden wir zwei Herzensthemen miteinander: Den sozialverträglichen, direkt gehandelten Kaffee aus Guatemala – und den Einsatz für die Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür. Für uns ist klar: Echter Genuss kennt Herkunft. Und Wirkung.
Frauen übernehmen Verantwortung – das Projekt Café de Mujeres
Im Jahr 2017 gründeten 57 Frauen im guatemaltekischen Lampocoy, begleitet von Cafecita, ihr eigenes Kaffeeprojekt: Café de Mujeres – Kaffee von Frauen. Die meisten von ihnen stammen aus bäuerlichen Familien, viele waren lange Zeit in der Landwirtschaft tätig, jedoch stets im Schatten der Männer. Mit diesem Projekt entschieden sie sich bewusst für Selbstbestimmung, wirtschaftliche Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.
Was nach einer kleinen Bewegung klingt, ist in Wahrheit ein stiller Aufbruch. Die Frauen bewirtschaften ihre eigenen Kaffeegärten, treffen eigenständig Entscheidungen und treten selbstbewusst als Produzentinnen auf. Café de Mujeres wurde zur Plattform ihrer Stimme – einer Stimme, die gehört werden will: Für Gleichberechtigung, für faire Bezahlung und für ein würdevolles Leben auf dem Land.
Das Video "Die Frauen von Lampocoy" gewährt einen tiefen Einblick in den Alltag und die Motivation dieser Kaffeebäuerinnen. Ihre Aussagen sind eindrücklich: „Wir können doch selber arbeiten und das Geld verwalten – und geben es lieber für die wichtigen Dinge aus: Für die Küche, für Kleidung, für die Schule.“ Diese Haltung macht den Café de Mujeres zu mehr als einem Produkt – sie macht ihn zu einem Symbol für Wandel.
Cafecita: Vom Herzensimpuls zur starken Bewegung
Die Wurzeln des Projekts Cafecita reichen zurück ins Jahr 2010. Damals reiste Dethlev Cordts, deutscher Fernsehjournalist, nach Guatemala, um eine Dokumentation über den Kollaps der Maya-Kultur zu drehen. Auf dieser Reise lernte er seine heutige Frau Milvia kennen – und durch sie 2011 ihr abgelegenes Heimatdorf Lampocoy im Osten des Landes, nahe der Grenze zu Honduras – das Armenhaus Guatemalas.
Die Armut im Dorf war allgegenwärtig: Hütten mit Lehmboden, undichte Dächer, kaum Perspektiven. Doch inmitten der Not gab es einen Moment, der alles veränderte – eine heiße Tasse Kaffee, frisch gebrüht aus den Bohnen der kleinen Familienplantage hinter dem Haus von Milvias Onkel Juan.
Angesichts der Lebensumstände entschlossen sich Dethlev Cordts und Milvia, drei Sack grünen Rohkaffee direkt vor Ort zu kaufen – ein erster Schritt, um herauszufinden, ob sich das Los der Menschen durch einen direkten Vertrieb ihres Kaffees verbessern lässt. Dieser Impuls legte den Grundstein für das heutige Projekt Cafecita – und für eine neue Form des Kaffeehandels, die auf Würde, Transparenz und Partnerschaft basiert.

„Vom Kaffeegeschäft haben wir damals absolut nichts verstanden“, erinnert sich Dethlev Cordts. „Aber die Röster in Deutschland, denen wir den Kaffee vorstellen durften, waren begeistert!“ 2012 wurde dann der erste Container mit Café de Lampocoy nach Europa verschifft – und war schnell ausverkauft. Auch wir von der Kaffeerösterei Kirmse sind seit Anfang an dabei!
Ein Jahrzehnt voller Wirkung: Die Entwicklung von Cafecita
Was mit 200 Kilogramm Rohkaffee begann, entwickelte sich rasant:
- 2011: 200 Kilogramm Rohkaffee gehen auf die Reise nach Deutschland, um den Kaffee den deutschen Röstern vorzustellen und ihn direkt zu handeln.
- 2012: 20 Tonnen Kaffee aus Lampocoy kommen im Hamburger Hafen an
- 2013: Die erste größere Ernte – 40 Tonnen Kaffee werden produziert. Mit den Einnahmen beginnt die Versorgung der Schulen mit Lernmitteln.
- 2014: 60 Tonnen des hochwertigen Lampocoy Grand Cru werden geerntet. Erstmals können Gesundheitsposten mit dringend benötigten Medikamenten ausgestattet werden.
- 2015: Die Infrastruktur verbessert sich deutlich: In mehreren Gemeinden entstehen Toiletten, eine Schulküche und eine Kläranlage.
- 2016: Das Projekt wächst auf 74 Kleinbauernfamilien. Das erste Computerbildungszentrum wird gebaut.
- 2017: Ein Meilenstein für die Gleichberechtigung entsteht: Die Fraueninitiative Café de Mujeres wird ins Leben gerufen. Der Bau einer weiteren Schule in Capucalito ermöglicht noch mehr Kindern Bildung.
- 2018: Inzwischen sind 90 Familien Teil des Projekts. Die Schule in Lampocoy wird gebaut.
- 2019: Der Startschuss für ein groß angelegtes Aufforstungsprogramm fällt – ein Beitrag für mehr Biodiversität und Bodenschutz. Medikamente und Lernmittel werden verteilt.
- 2020: Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie wächst das Projekt weiter: 125 Familien nehmen teil, drei neue Computerzentren werden eingerichtet, Pandemiehilfe wird organisiert.
- 2021: 115 Tonnen Kaffee werden produziert. 13.000 Bäume werden gepflanzt.
Cafecita ist mehr als ein Projekt – es ist eine stetig wachsende Bewegung, die zeigt, dass Kaffee nicht nur Genuss bedeutet, sondern echte Veränderung bringen kann: Für Familien, für Dörfer, für ganze Regionen.
Cafecita - Eine Philosophie, die bleibt
Was als spontane Idee in einer Lehmhütte begann, hat sich zu einer Bewegung mit Wirkung entwickelt. Cafecita war nie nur ein Kaffeeprojekt – es war von Anfang an eine Haltung: gegen Ungerechtigkeit, gegen Ausbeutung, gegen das Vergessen.
Transparenz, sozialer Ausgleich, Bildung, medizinische Versorgung, Aufforstung und der Schutz der Umwelt – all das sind keine Begleiterscheinungen, sondern Herz und Seele dieses Projekts. Und mehr noch: Cafecita verfolgt das klare Ziel, Fluchtursachen an der Wurzel zu bekämpfen – mit nachhaltigen Perspektiven vor Ort.
Getragen wird dieses Engagement vom Leitsatz:
„Kaffee vom Feinsten. Direkt gehandelt. Sozialverträglich. Enkeltauglich.“

Heute wird der Kaffee aus Lampocoy in sieben Ländern Europas getrunken – von Menschen, die wissen wollen, woher ihr Genuss kommt. Von Menschen, die mit jeder Tasse ein Stück Zukunft schenken. Denn Cafecita bedeutet mehr als Bohnen. Es bedeutet: Kinder, die zur Schule gehen. Mütter, die selbstbestimmt wirtschaften. Wälder, die neu entstehen. Und ein Dorf, das nicht mehr nur vom Überleben träumt – sondern vom Leben.
Lampocoy – wo außergewöhnlicher Kaffee wächst
Der Café de Mujeres entsteht dort, wo Guatemala am ursprünglichsten ist: in den grünen, abgelegenen Hochlagen rund um das Dorf Lampocoy im Osten des Landes. Zwischen 1.100 und 1.400 Metern über dem Meeresspiegel kultivieren die Kaffeebäuerinnen ihre Parzellen – steile Hänge, dicht bewachsene Böden, von alten Schattenbäumen beschützt. Hier wachsen die hochwertigen Arabica-Varietäten Bourbon, Caturra und Catuaí – langsam, aber kraftvoll, umgeben von Orangen-, Bananen- und Avocadobäumen, die das Terroir zusätzlich prägen.
Die klimatischen Bedingungen sind außergewöhnlich: Immer wieder ziehen feuchte Nebelbänke durch das Tal, während das vulkanische Gestein nährstoffreiche Erde liefert. Die Kombination aus Mikroklima, Höhenlage und traditioneller Bewirtschaftung macht Lampocoy zu einem der spannendsten Kaffeeanbaugebiete Mittelamerikas – perfekt für komplexe, elegante Kaffees mit Tiefe, Klarheit und Herkunft.
Im Projekt Café de Mujeres ist Handarbeit kein Qualitätsmerkmal – sie ist Grundlage. Die Frauen verzichten bewusst auf chemische Hilfsmittel, arbeiten in biologischer Mischkultur, setzen auf Fruchtwechsel und natürliche Schädlingsregulierung. Geerntet wird nur, was wirklich reif ist – selektiv von Hand. Jede einzelne Kaffeekirsche wird mit Sorgfalt gepflückt und an das Team von Cafecita übergeben.
Die weitere Verarbeitung erfolgt in direkter Kooperation: Die Bohnen werden im „washed“-Verfahren aufbereitet, anschließend schonend in der Sonne getrocknet. Auch bei Selektion, Qualitätsprüfung und Exportvorbereitung behalten die Frauen Mitspracherecht – transparente Prozesse, faire Beteiligung und durchgehende Rückverfolgbarkeit sind fester Bestandteil der Cafecita-Philosophie.

Der Café de Mujeres ist Teil des Qualitätsgebiets Lampocoy Grand Cru – einer Herkunftsbezeichnung, die mehr ist als ein Name. Sie steht für sorgfältigen Anbau, respektvollen Umgang mit Mensch und Natur, und eine sensorische Qualität, die auch anspruchsvolle Röster überzeugt. Aus dieser Region stammen alle Cafecita-Kaffees – und besonders die Frauenkaffees zeigen, welches Potenzial hier in jeder Bohne steckt.
Was diesen Kaffee so besonders macht
Der Café de Mujeres entfaltet in der Tasse ein Geschmacksprofil, das Wärme, Tiefe und Eleganz vereint. Dunkle Schokolade, geröstete Pekannuss und feines Karamell prägen das Aromenspiel – vollmundig, rund und mit angenehmer Länge. Eine dezente Säure verleiht dem Kaffee Frische, der mittlere Körper sorgt für Struktur – perfekt ausbalanciert für puren Genuss oder mit einem Schuss Milch.
Diese sensorische Vielfalt macht ihn zu einem echten Allrounder: Er funktioniert als Filterkaffee ebenso wie im Vollautomaten, in der French Press oder als sanfter Espresso. Ob am Morgen, im Büro oder beim Nachmittagsritual – dieser Kaffee trifft den Ton zwischen Charakter und Zugänglichkeit.

Was ihn besonders macht, ist nicht nur seine Qualität, sondern der Weg, den er gegangen ist – von den Händen der Produzentinnen bis zur Tasse. Hinter jedem Schluck steckt eine Geschichte von Selbstbestimmung, Sorgfalt und Stolz. Und genau das schmeckt man.
Kaffee mit Haltung - Was dein Kauf von Café de Mujeres bewirkt
Wer sich für den Café de Mujeres entscheidet, entscheidet sich nicht nur für außergewöhnlichen Geschmack, sondern auch für echte Wirkung. Denn jeder Kauf unterstützt unmittelbar die Frauen von Lampocoy – und damit eine Bewegung, die auf Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und soziale Teilhabe setzt.
Doch dieser Kaffee ist mehr als Geschmack. Denn hinter jeder Bohne steckt ein Projekt mit Haltung – getragen von den Frauen von Lampocoy, unterstützt von Cafecita, begleitet von Menschen, die an Veränderung glauben. Der Anbau erfolgt naturnah in Mischkultur, die Ernte per Hand, die Aufbereitung „washed“, die Trocknung unter der Sonne Guatemalas – mit größter Sorgfalt und echter Leidenschaft.

Und die Wirkung? Spürbar. Jeder Kauf des Café de Mujeres fließt direkt zurück in die Region: In Bildung, Gesundheit, Aufforstung und soziale Infrastruktur. Die Frauen erhalten faire Preise weit über Weltmarktniveau für ihre Kirschen und entscheiden eigenständig, wie die Mittel eingesetzt werden – für Schulbildung für ihre Kinder, gesunde Ernährung, sauberes Trinkwasser und Zukunft auf dem Land. Das ist Entwicklung, die von innen kommt – und die bleibt. So verbindet sich Qualität mit Verantwortung. Genuss mit Wirkung. Und ein einfacher Kaffee mit einer großen Idee.
Wie du den Café de Mujeres bekommst – als Kaffee de Luchs oder bald als Rohkaffee
In der Kaffeerösterei Kirmse findest du den Café de Mujeres unter dem Namen Kaffee de Luchs – liebevoll geröstet, schonend veredelt und bereit für deinen Lieblingsmoment. Der sortenreine Arabica steht für alles, was wir bei Kirmse lieben: Echte Herkunft, tiefes Aroma und ein klarer sozialer Mehrwert.
Bald gibt es diesen besonderen Kaffee auch als Rohkaffee – für alle, die selbst rösten, ihren Stil entwickeln und mit jeder Bohne Haltung zeigen möchten. Ob Heimröster oder Profi: Der Café de Mujeres ist gemacht für helle bis mittlere Röstungen, die seinen feinen Charakter zum Ausdruck bringen.
Ob bereits geröstet als Kaffee de Luchs oder bald als Rohkaffee für dein eigenes Röstprofil – entdecke den Café de Mujeres und erlebe, wie viel Kraft in einer kleinen Bohne steckt.

Noch mehr Spezialitäten und Geschichten über mutige Produzentinnen, nachhaltige Anbauprojekte und sozialen Wandel findest du in unserer Rubrik Kaffee-Hilfsprojekte. Dort erfährst du, wie Kaffee Bildung möglich macht, Wälder wachsen lässt und Menschen Hoffnung schenkt – Tasse für Tasse.