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Was ist los in Guatemala? Kaffee und Corona

In den Nachrichten kann man das Geschehen in vielen Ländern aufgrund der Corona-Krise verfolgen. Aus Amerika überschlagen sich die Meldungen mit neuen Rekordfallzahlen. Doch was geschieht eigentlich in den Herkunftsländern von unserem Kaffee? Gerade in Mittelamerika war der Alltag bereits vor der Krise von Flucht, Armut und Gewalt geprägt. Was hat sich durch Corona in den einzelnen Ländern verändert? Wie geht es unseren Kaffeebauern in Guatemala?

Inhaltsverzeichnis

Das Projekt Lampocoy - Wie geht es unseren Kaffeebauern?

Letzte Woche hat uns ein ergreifender Brief von Dethlev Cordts erreicht. Darin bedankt er sich und im Namen der Kaffeebauern aus Lampocoy.

Dethlev Cordts bereist für das Deutsche Fernsehen die ganze Welt und berichtet von überall - und das bereits seit 25 Jahren. Das auf seinen Reisen gesehene Elend und die Armut in den sogenannten Dritte-Welt-Ländern hat ihn immer sehr berührt. Auf einer Reise durch Guatemala 2011 hat er den Kaffee aus Lampocoy entdeckt und mit nach Europa genommen. Beeindruckt von den Menschen, aber auch von der Armut und dem Elend, entschloss er sich Cafecita zu gründen, um den Kleinbauern in Lampocoy einen direkten Vertriebsweg nach Europa aufzubauen und ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.

Schule in Guatemala

Durch das Projekt konnten Schulen gebaut werden, die Gesundheitsposten werden unterstützt, es wird fleißig aufgeforstet, Kläranlagen gebaut, Arbeitsplätze geschaffen und ein spezielles Frauenprojekt ins Leben gerufen. In der gesamten Region kommt das Projekt allen Menschen zugute und fördert die wirtschaftliche Entwicklung.

2013 wurde der Kaffee von der Europäischen Röstvereinigung, der SCAE (Specialty Coffee Association of Europe), in Nizza mit einem Preis ausgezeichnet und zum Gourmet-Kaffee der Spitzenklasse erkoren - dem Lampocoy Grand Cru.

Die Corona-Krise hat bereits jetzt zu einer Hungerkrise unter der armen Bevölkerung und den Tagelöhnern in Lampocoy und Umgebung geführt. Besonders neu in das Projekt aufgenommene Kleinbauern hat die Lage hart getroffen. Bauern, die länger als drei Jahre im Projekt organisiert sind, benötigen keine Hilfe von außen. Auf den von Dethlev Cordts organisierten Spendenaufruf Anfang Juni sind überwältigend viele Spenden, weit über 6.000 Euro, eingegangen. Das Geld wurde sofort nach Guatemala geschickt, um umgehend Lebensmittel einkaufen zu können.

Durch die Spenden werden 46 notleidende Familien bis Ende September keinen Hunger ertragen müssen. Neben 30 Familien aus dem Kaffeeprojekt, erhalten nun 7 Frauen aus dem Frauenprojekt und 9 weitere Familien direkte Hilfe. Die 9 Familien liefern zwar keinen Kaffee, sind aber so arm, dass sie vom Hungertod bedroht sind. Erste Lebensmittelspenden konnten bereits verteilt werden. 100 Pfund Mais und 30 Pfund Bohnen erhalten die Hilfebedürftigen pro Monat und Familie nun.

Familie in Guatemala

Das Bischöfliche Ordinariat der katholischen Diözese Bozen-Brixen/Italien hat im Rahmen einer Veranstaltung zu Ehren des Heiligen Christopherus für das Projekt Lampocoy gesammelt. 20.000 Euro wurden als Spende übergeben. Zukünftig können so die Kaffeekirschen von den unzugänglichen Plantagen zum Benefico transportiert werden - mit einem vierradgetriebenen Lastwagen, der von der Spende gekauft wurde.

Was Dethlev Cordts besonders freut: “Das Kaffeeprojekt ist krisensicher und hat den Stresstest bestanden.” Er ist dankbar, glücklich und stolz auf das gemeinsam Erreichte.

Alle Spenden gehen direkt und zu 100% ins Projekt!

Lampocoy ist krisensicher!

In Guatemala leiden derzeit fast alle Wirtschaftszweige unter der Corona-Krise. Die Kaffeewirtschaft hat jedoch seit einigen Jahren schon schwer zu kämpfen und befindet sich in einer schweren Krise, nicht nur wegen Corona. Doch bereits seit vier Jahren sind die Preise für herkömmlichen Kaffee so im Keller, dass viele Unternehmen nicht mehr kostendeckend arbeiten können und schließen mussten. Viele große und mittelständische Unternehmen konnten ihre Kredite nicht mehr bedienen und mussten aufgeben. Aufbereitungsanlagen stehen dadurch still, Trockenplätze werden nicht mehr genutzt, Coyotes, Zulieferer und Transportunternehmen stehen wirtschaftlich vor großen Problemen.

Trocknungsplatz für Kaffeebohnen

Produzenten, und zwar auch die Großproduzenten, die auf Masse statt Klasse gesetzt haben, müssen erkennen, das Investitionen in höhere Preise an die Kaffeebauern und die Infrastruktur wohl doch der bessere Weg ist.

Hinzu kommt: Die letzte Ernte war schlecht, der Kaffeerost ist zurückgekommen und macht sich sogar auf dem Robusta breit, der Kaffeebohrer lässt sich in den Plantagen nieder.

Umso glücklicher sind wir zu hören, dass es unseren Kaffeebauern des Kaffeeprojekts äußerst gut geht. Der Verdienst unserer Bauern war auch durch die letzte Ernte wieder sehr gut. Gerade weil das Kaffeeprojekt Lampocoy so viel Wert auf Qualität legt, kann der Kaffee auch durch die direkte Vermarktung zu einem wesentlich höheren Preis verkauft werden. Viele Kaffeebauern schauen neugierig auf Cafecita. Die Unterstützungen im Bereich Bildung, Gesundheit und Umwelt können kontinuierlich ausgeweitet werden, obwohl die Bauern besser vergütet werden. Die Kaffeebauern, die seit mindestens drei Jahren im Projekt mitarbeiten, brauchen keinerlei finanzielle Unterstützung und keine Nahrungsmittelhilfe. Aus eigener Kraft gehen sie durch die Corona-Krise. Dies ist einzigartig in Guatemala. Auch unter extremen Stress bestätigt das Kaffee Projekt, das es gut funktioniert. Das Projekt Lampocoy wächst und blüht auch in der Krise. Bewährungsprobe mit Auszeichnung gemeistert!

Menschen in Guatemala

Es zahlt sich also aus, auf Qualität und höhere Preise zu setzen und zudem sozial- und umweltverantwortlich, ehrlich und transparent arbeitet. Jedoch bei der Sortierung der neuen Ernte ist bei einem Teil der Bohnen das Bohnenbild etwas unruhig und somit nicht so, wie wir das für unseren Kaffee wünschen. Qualifizierte Fachkräfte konnten nicht zu ihrem Arbeitsplatz im Trockenbenefico kommen. Hier hat die Corona-Krise möglicherweise doch noch Auswirkungen auf unser Projekt gezeigt.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf das Leben in Guatemala aus?

Seit Mitte März 2020 ist in Guatemala ein strikter Shut Down verhängt. Die Regierung hat nach den ersten Infektionen unmittelbar gehandelt und strenge Maßnahmen durchgesetzt, ähnlich wie in China. Guatemala hat alle Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen, Menschenansammlungen sind untersagt. Möglichkeiten zum Einkaufen bestehen nur um Nahrungsmittel und Medizin zu besorgen. Die Menschen dürfen ausschließlich von 08:00h bis 14:00h aus dem Haus gehen. Privatfahrten brauchen eine Begründung, jeglicher öffentlicher Nah- und Fernverkehr ist eingestellt. Die Polizei hat die Straßen abgesperrt und kontrolliert die verhängten Vorgaben streng auf ihre Einhaltung. Städte und Dörfer sind voneinander abgeschnitten. Die arme Bevölkerung und die Tagelöhner sind dadurch nicht nur von der Corona-Krise betroffen, eine Hungerkrise entwickelt sich.

Tagelöhner in Guatemala

Doch die Menschen in Guatemala nehmen die extremen Einschränkungen ohne Klagen hin und akzeptieren die Anweisungen des Präsidenten. Im Agrarland Guatemala bauen viele Menschen ihre Lebensmittel, die sie für den täglichen Bedarf brauchen, noch selbst an. Frisches Gemüse und Fleisch, Mais und Bohnen werden fast an jeder Straßenecke feilgeboten, sodass die Landbevölkerung auch ohne öffentliche Verkehrsmittel zum Großteil gut versorgt ist, zumindest vom Essen. Doch wie Essen kaufen, wenn man seiner täglichen Arbeit nicht mehr nachgehen kann und nichts mehr verdient wie vor Corona?

Doch was passiert, wenn die Krise länger anhält?
Besonders für die Bewohner in den großen Städten dürfte sich die Lage immer mehr verschärfen. Alleine in Guatemala-City wohnen 3 Millionen Menschen, die jeden Tag etwas zum Essen brauchen. Durch die strikten Maßnahmen, die in Guatemala getroffen wurden, konnte die Verbreitung des Virus in dem mittelamerikanischen Land wesentlich eingedämmt werden. Gott sei Dank, denn Intensivstationen mit Intensivbetten und Beatmungsgeräten und entsprechend ausgebildetem Personal gibt es nur sehr wenig in dem armen Land.

Wie kommt der Kaffee aus Guatemala nach Europa?

Um keinen Lebensmittelengpass entstehen zu lassen, haben Nahrungsmittel in Guatemala freie Fahrt auf den sonst gesperrten Straßen. Da Kaffee in der EU als Lebensmittel gilt, konnte auch unser Kaffee aus Guatemala aus Lampocoy, nachdem die Kaffeeernte vor Kurzem abgeschlossen wurde, nach Guatemala-City transportiert werden und lagert dort - fertig für den Export. Ob und wo Schiffe aus dem Ausland anlegen und beladen werden dürfen, wird derzeit geprüft. Mit seiner Deklarierung als Lebensmittel soll auch dem Import von Kaffee nach Deutschland nichts im Wege stehen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckler dazu: “In der jetzigen Lage hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung höchste Priorität.” Eingehende Container sollen zügig abgefertigt werden, so die Betreiber des Hamburger Hafens, Ankunftsort nach der langen Reise Übersee von Puerto Barrios.

Die weltweite Pandemie - Leider nicht nur in Guatemala ein Problem

Von vielen unseren Kooperationspartnern vor Ort rund um die Welt erreichen uns leider in den letzten Wochen solche oder so ähnliche Nachrichten. Die Bauern, die in Lampocoy schon seit Jahren im Projekt mitarbeiten, brauchen keine Hilfe. Doch jene, die erst seit Kurzem dabei sind, hat es teils schwer getroffen. Durch die extremen Einschränkungen im Alltag können viele der Landbevölkerung und Tagelöhner nicht mehr ihrer geregelten Arbeit nachgehen. Doch auf viele Faktoren haben die Menschen vor Ort gar keinen Einfluss. Das der Transport von Lampocoy nach Puerto Barrios so reibungslos funktionieren kann, haben wir nur Dethlev Cordts und dem engagierten Handeln von Milvia A. Pineda Cabrera zu verdanken. Milvia ist die Kaffee-Expertin vor Ort und kontrolliert Anbau, Einkauf, Ernte, Qualität, Verarbeitung bis hin zum Transport. Sie stammt aus einer Familie von kleinen Kaffeebauern aus dem Hochland von Guatemala.

Kaffeepflückerin in Guatemala

Vorausgesetzt der Anbau, die Ernte und die Weiterverarbeitung des Kaffees kann normal ablaufen - wenn die letzte Instanz, der Transport, nicht durchgeführt werden kann, droht den Kaffeebauern der Totalausfall ihres Verdienstes.

Besonders der Faktor Transport macht die Situation derzeit so schwierig in vielen Ländern. Auch wenn die Menschen nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten können: Der Kaffee ist da - wird jedoch am Containerhafen vor Ort gestreikt oder hat gar komplett geschlossen aufgrund der Krise, kann der Kaffee seinen Weg nicht nach Europa, nach Deutschland und nicht bis nach Zwiesel finden.

Jeden Tag sehen wir uns derzeit mit dieser Problematik konfrontiert, dass uns unser Kaffee von unseren Kaffeebauern von unseren Kooperativen und Plantagen nicht oder nur sehr zeitverzögert erreicht. Welche Auswirkungen das langfristig haben wird, bleibt abzuwarten.

Wie kannst Du helfen?

Der Kaffee Lampocoy Grand Cru wird direkt gehandelt. Die Kaffeebauern erhalten eine wesentlich bessere Vergütung als handelsüblich. Durch die langfristige Zusammenarbeit mit festen Partnern zu stabilen Konditionen können die Bauern einen den internationalen Qualitätskriterien entsprechenden Kaffee anbieten, mit dem sie sich auf Dauer auf dem hart umkämpften Weltmarkt behaupten können. Das kleine Kaffeeprojekt gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Du als Kaffeeliebhaber kannst durch den Genuss Deinen Teil dazu beitragen.

Immer wieder unterstützen wir von der Kaffeerösterei Kirmse unsere verschiedenen Kaffee Projekte durch Spenden. Natürlich freuen wir uns darüber, wenn unsere Kunden ihre Solidarität zu den Kaffeebauern zeigen und auch etwas geben möchten. Nehmt einfach Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns über Eure Unterstützung. Es gibt aber auch ein direktes Spendenkonto für die Kaffeebauern aus Lampocoy:

Spendenkonto:

  • Dethlev Cordts
  • Haspa Hamburg
  • DE23 2005 0550 1244 1255 95
  • BIC: HASPDEHHXXX
  • Stichwort:
  • Spende für Lampocoy
Tags: Kaffeebohne
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