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Die Kaffee Geschichte » wie, wann und wo?

Von der Kaffee Geschichte handeln viele Mythen und Legenden. Woher kommt der Kaffee? Wann wurde er gefunden? Von wem wurde er entdeckt und wer erkannte seine Eigenschaften? Wie kam Kaffee nach Europa? Auch die anderen Erzählungen rund um den Kaffee sind durchaus wissenswert.

Inhaltsverzeichnis

Die Kaffee Geschichte - wie alles begann

Die Geschichte des Kaffees ist nicht nur eine historische Sammlung von Informationen, sie ist zudem spannend und lyrisch genug, um darüber ein ganzes Buch zu schreiben. Als erwiesen gilt, dass die Geschichte des Kaffees in Äthiopien in der Region Kaffa beginnt. Doch es gibt mehrere Geschichten zur Entstehung des Kaffees. Die wohl am meisten zitierteste Legende berichtet aus dem Königreich Kaffa, das im jetzigen Südwesten von Äthiopien liegt. Aber auch die anderen Anekdoten aus vergangener Zeit führen in die Region.

Aethiopischer Kaffee Hochland

Die Ziegenhirten aus Kaffa - Ursprung des Kaffees?

Nach der Legende von Antonius Faustus Naironus, der 1671 in seinem Buch De saluberrima potione cahve von Ziegenhirten in Kaffa erzählt, sollen einige Ziegen der Ziegenherde, die von einem weiß blühenden Strauch rote Früchte gefressen haben, bis in die späten Abendstunden lebhaft und angeregt herum gesprungen sein. Die anderen Ziegen hingegen waren wie gewöhnlich am Abend müde. Ihre Beobachtung schilderten die Hirten Mönchen in einem nahe gelegenen Kloster.

Die Mönche besichtigten daraufhin die Stelle, an den die Ziegen zuvor gegrast hatten, und fanden dunkelgrüne Pflanzen mit roten, kirschähnlichen Früchten auf. Aus den Früchten bereiteten die Mönche einen Aufguss zu. Mit diesem Aufgussgetränk war es den gläubigen Männern infolgedessen möglich, bis spät in die Nacht wach zu bleiben und gemeinsam zu reden und zu beten. Damit andere auch die Wirkung der wundersamen Pflanze erfahren dürfen, betrieben die Mönche daraufhin Handel mit dem Gewächs.

Gut zu wissen: Übersetzt aus dem lateinischen heißt De saluberrima potione cahve auf deutsch Der Heiltrank Kaffee. Schon in der damaligen Zeit war Kaffee für seine positiven Eigenschaften bekannt und gefeiert.

Kaffee leitet sich aus dem arabischen qahwa ab. Durch das türkische kahve kam es nach Italien und wurde zu caffè, daraus entstand im französischen café. Anfangs war im deutschsprachigen Raum coffee aus dem englischen bzw. holländischen am meisten in Gebrauch, bis aus dem wortmalerischen, französischen café im deutschendas nüchtern klingende deutsche Kaffee wurde.

Der Ziegenhirte Kaldi - Entdecker des Kaffees?

Eine andere Geschichte besagt, dass ein abessinischer Hirte Namens Kaldi die Früchte selbst probierte und daraufhin einen anregenden Effekt wahrgenommen habe. Roh waren die kirschenartigen Früchte jedoch nicht zu genießen und so spuckte Kaldi sie ins Lagerfeuer. Es knackte und knisterte und ein wohlriechender Duft stieg auf. Das Kaffee rösten war geboren. Das Kaiserreich Abessinien lag auf dem Gebiet des heutigen Äthiopien und Eritrea. Auch in dieser Sage führt also die Spur in das Gebiet des alten Äthiopien.

Kaffee Blueten

Die Geschichte des Kaffees - das erste Mal zu Papier gebracht

Die Kaffee Geschichte geht jedoch viel weiter zurück. Bereits 900 n. Chr. wurde Kaffee das 1. Mal schriftlich festgehalten - und zwar wieder in der Gegend Kaffa, die im Südwesten von Äthiopien liegt. Die getrockneten Früchte und die Blätter wurden mit heißem Wasser aufgegossen bzw. aufgekocht. Diese Zubereitung, die eher an Teezubereitung erinnert, verwundert vielleicht, da die Menschen die Früchte im ganzen hernahmen. Aber auch heute ist es noch so, dass in den Anbaugebieten der Welt die Kaffeebauern aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen einen Tee zubereiten. Die Pulpe ist ähnlich wie die Bohne sehr koffeingehaltig und schmeckt dazu lecker. Den Kaffeekirschentee kannst Du übrigens gerne bei uns kaufen und verkosten. Er ist echt probierenswert. Aber natürlich ist der Kaffee aus Äthiopien auch ein wahres Geschmackserlebnis. Wir haben für Dich einen ganz ursprünglichen Kaffee im Angebot - den DiDu NatUr-Kaffee.

Wahrscheinlich im 14. Jahrhundert bahnte sich der Kaffee seinen Weg durch Sklavenhändler von Äthiopien auf die Arabische Halbinsel in den Jemen. Bis der Kaffee so ähnlich wie heute getrunken und die rohen, getrockneten Bohnen geröstet, anschließend gemahlen oder gestampft und mit Wasser aufgekocht wurden, sollte es jedoch noch lange dauern. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Kaffee wohl auf diese Weise zubereitet.

Arabien bekam durch den Kaffeeanbau eine Alleinstellung auf dem Markt. Zum Zentrum des Handels entwickelte sich die Hafenstadt Mocha, heute al-Mukha. Mochaist auch als Mokka bekannt.

Äthiopien und seine traditionelle Kaffeezeremonie

Die Zubereitung des Kaffees der vielen Völker im heutigen Äthiopien unterschied sich enorm von der Zubereitungsweise auf der arabischen Halbinsel. Der wild wachsende Kaffee war den Menschen in der Region lange als Nutzpflanze fremd. Der christliche Teil der Bevölkerung in Ägypten, die Amharen, waren dem Genussmittel, dass damals hauptsächlich die muslimische Population konsumierte, nicht zugetan. Wie Tabak lehnten sie Kaffee als Stimulans ab.

Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts pflegen die im Hochland von Ägypten beheimateten Amharen eine Kaffeetradition, die äthiopische Kaffeezeremonie. In einer großen Eisenpfanne werden die Kaffeebohnen geröstet und anschließend grob gemahlen oder im Mörser gestampft. Mit Wasser und Zucker wird das gemahlene Gut in einem bauchigen Krug aus Ton, der Jebanna oder Jabana, aufgekocht und dann aus kleinen Trinkschalen getrunken. Die Kaffee-Zeremonie unterscheidet sich in den unterschiedlichen Gebieten des Landes. So werden beim Zubereitungsprozess in den meisten Regionen ebenfalls für die Gegend typische Gewürze hinzugefügt.

Die Kaffeezeremonie ist mehr als “Kaffee trinken” und braucht Zeit. Aus dem gleichen Kaffeesud wird in der Regel gleich dreimal Kaffee gekocht. Jeder Durchgang hat eine andere, ganz besondere Bedeutung bzw. einen anderen Hintergrund, nachzulesen hier.

Zurück zur Kaffee Geschichte - Das Osmanische Reich

Seinen Siegeszug setzte der Kaffee im 16. Jahrhundert im osmanischen und im persischen Safawiden-Reich fort. In Mekka wurden um 1511 die ersten Kaffeehäuser eröffnet, die jedoch bald darauf aufgrund eines Kaffeeverbotes wieder zu gemacht werden mussten. Zuwiderhandlungen wurden hart bestraft. 1532 wurde Kaffee erstmalig in Kairo schriftlich erwähnt und seine Verbreitung weitete sich weiter in ganz Kleinasien und Syrien aus. Mit der osmanischen Eroberung des Jemen und dem sich gegenüber befindenden Küstengebiet 1538 erfuhr der Kaffeeverbrauch eine enorme Blütezeit. 1554 wurde, nachdem die islamische Geistlichkeit und die staatliche Macht sich intensiv dagegen ausgesprochen hatte, in Istanbul das erste Kaffeehaus für die Bevölkerung aufgemacht. Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein Kaffeeverbot von Murat III. ausgesprochen, dem jedoch wenig Beachtung geschenkt wurde. Unter seinem Nachfolger, Murat IV., wurde der Erlass konsequent durchgesetzt: Kaffeetrinker wurden verfolgt und Kaffeehäuser abgerissen. Fortan wurden die Lokale von ihren Eigentümern als Barbierläden verborgen. Erst im Rahmen der politischen Reform der Tanzimat 1839 wurde das Kaffeegetränk akzeptiert und öffentlich respektiert.

Wie der Kaffee seinen Weg nach Europa fand

Im 17. Jahrhundert fand der Kaffee seinen Weg aus dem Morgenland in das Abendland. Der Wein des Orients startet seinen Siegeszug. Schon bald liebten die Menschen das schwarze, heiße Getränk und die damit verbundenen Rituale. In Europa war es zu der Zeit üblich den ganzen Tag Bier und Wein zu trinken. Das Trinkwasser war sehr durch Keime belastet und so wurden Bier und Wein als Alternativen zur Flüssigkeitszufuhr konsumiert. Bis zu 5 Litern wurde der Bevölkerung täglich pro Person zugeteilt. Sogar Kinder und Schwangere tranken die berauschenden Getränke ohne Bedenken. Schwangere erhielten tatsächlich eine extra große Ration. Doch die Einwohner des Oxidents sollten langsam aus ihrem tagtäglichen Dellirium erwachen als der Kaffee nach Europa kam. Zuerst war der Kaffee natürlich nur den Reichen und Adligen vorbehalten, bevor er sich nach und nach in der breiten Bevölkerung durchsetzen konnte.

Kaffeehäuser in Europa

Nachrichten über einen belebenden Trunk gab es in Europa jedoch schon zuvor. Bereits 1582 berichtete der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf von “Chaube”, einem Kaffeegetränk, welches er auf einer Reise 1573 in der nordsyrischen Stadt Aleppo getrunken hatte. Durch Prospero Alpino erreichten 1592 weitere Neuigkeiten über den Kaffee Italien.

Die ersten Kaffeehäuser entstehen im Abendland

Die Kaffeehäuser trugen maßgeblich zum Bekanntwerden und zum Durchbruch des Kaffees bei. Der Vormarsch, der im 16. Jahrhundert über die Araber und dann über die Osmanen im 17. Jahrhundert in Mittel- und Westeuropa ankam, manifestierte sich 1645 mit einer Verfügung über Kaffeehäuser in Venedig. 1650 folgte daraufhin Oxford, zwei Jahre später, 1652, London mit dem Erlass. In Frankreich sollte das erste Kaffeehaus 1659 in Marseille eröffnen. Offiziell wurde in Paris, genau gesagt in St. Germain, einem historischen Stadtteil, erst 1672 durch einen Armenier Kaffee dem Publikum zugänglich gemacht. Bei dem Betrieb handelte es sich jedoch wohl mehr um einen Kaffeeausschank oder eine Kaffeebude. Auch in Deutschland hielt die Kaffeekultur Einzug. Bereits 1673 wurde in Bremen das erste Kaffeehaus geöffnet. Vier Jahre später, 1677, folgte Hamburg. Auch in Wien war es 1685 ein Armenier, der das erste Wiener Kaffeehaus ins Leben rief. Johannes Theodat bekam von den Stadtoberen als Händler das Sonderrecht, 20 Jahre lang als einziger Kaffee als zubereitetes Getränk veräußern zu dürfen. Das erste Café in Paris war nach den Aufzeichnungen das Café Procope, 1689 von dem Sizilianer Francesco Procopio dei Coltelli gegründet.

  • 1645 Venedig
  • 1650 Oxford
  • 1652 London
  • 1659 Marseille
  • 1672 St. Germain
  • 1673 Bremen
  • 1677 Hamburg
  • 1685 Wien
  • 1689 Paris

Insbesondere der Hof von Ludwig XIV. und Ludwig XV. gilt als Ausgangspunkt für den Kaffee als Genussmittel in Europa im 17. Jahrhundert.

Die Siegesgeschichte von Kaffee in Deutschland

Bereits 1668 soll in Hamburg, im Eimbeckschen Haus, Kaffee ausgeschenkt worden sein. Das Eimbecksche Haus war das dritte Hamburger Rathaus. Bis zur Eröffnung des ersten Kaffeehauses 1673 in Bremen sollten noch einmal fünf Jahre vergehen. Eine Ausschankgenehmigung für einen Holländer sollte noch im gleichen Jahr erteilt werden. In Hamburg wurde 1677 der Grundstein zur Kaffeekultur gelegt. Ein Engländer eröffnete ein Kaffee- und Teehaus nach Londoner Vorbild. 1694 gab es in der norddeutschen Stadt an der Elbe schon vier Kaffeehäuser. Regensburg bekam sein erstes Kaffeehaus 1686. In Leipzig sollte es 1694 soweit sein, dass die Menschen sich an dem koffeinhaltigen Getränk erfreuen konnten. Das Kaffeehaus im Bremer Schütting wurde 1697 in das Gebäude der Bremer Kaufmannschaft, das ehemalige Gilde- und Kosthaus der Bremer Kaufleute, integriert. Der Schütting liegt am Bremer Marktplatz an der südlichen Seite, genau dem Rathaus gegenüber gelegen. Ebenfalls 1697 entstand in Würzburg das erste Kaffeehaus, gegründet von einem zwei Jahre zuvor getauften Beutetürken, der zuvor auf den Namen Mehmet Sadullah Pascha hörte, und fortan den Namen Johann Ernst Nicolauß Strauß trug.

Am Hofe des Großen Kurfürsten war Kaffee bereits 1675 bekannt. Bis zur Eröffnung des ersten Kaffeehauses in Berlin sollte es jedoch noch bis 1721 dauern.

Einfuhr und Regulierung von Kaffee wurden im damaligen Wirtschaftssystem sehr bedeutend, nicht nur in Deutschland. 1766 untersagte Friedrich der Große den privaten Import und Verkauf von Kaffee. Dies sollte dem preußischen Staat vorbehalten sein um die Staatskasse zu füllen und den Abfluss an Kapital zu stoppen. Der Schmuggel von Kaffee lohnte sich dadurch sehr. Auch das Kaffee rösten wurde 1781 für den privaten Haushalt untersagt. Ehemalige französische Soldaten wurden extra als “Kaffeeriecher” angeheuert, um die Unterlassung zu kontrollieren. Diese sollten Vergehen in preußischen Gemeinden “erschnüffeln” und die gesetzeswidrigen Kaffeeröstereien zur Anzeige bringen. Da sich die Überwachung jedoch als unwirksam herausstellte und der illegale Handel nur mehr schadete, wurde das Verbot 1787 ad acta gelegt und das staatliche Kaffeemonopol gekippt.

Hier können Familien Kaffee Kochen

Nostalgisch: “Hier können Familien Kaffee Kochen” stand im 19. Jahrhundert in der Berliner Region für den Ausflug ins Grüne. Tatsächlich gab es Verkaufsstellen, an denen die Ausflügler heißes Wasser und Kaffee beziehen konnten und dann ihren Kaffee in der Natur genießen konnten. In unserem Kaffeemuseum gibt es dazu auch ein Plakat zu bewundern. Das damalige Motto Hier können Familien Kaffee Kochen lässt sich wohl mit dem heutigen Coffee to go vergleichen - nur war das Zeremoniell wohl etwas gemütlicher.

Die Kultivierung von Kaffee weltweit

Der Kaffee kam nicht nur auf dem Landweg aus dem Orient in den Oxident. Anfangs begrenzte sich die Verbreitung der Kaffeepflanzen auf Afrika und Arabien. Die Vereinigten Niederlanden sorgten über ihre Kolonien ebenfalls für die Versorgung von Europa mit Kaffee, um der immer größeren Nachfrage in den verschiedenen Gesellschaftskreisen nachzukommen. Die Niederlande bekräftigte so ihre Vormachtsstellung im Handel, und das bei vielen Produkten, nicht nur bei Kaffee, weltweit. Bereits 1690, andere Quellen sagen sogar schon 1658, soll der Gouverneur von Niederländisch-Indien, van Hoorn, versucht haben, Kaffee in Ceylon, heute Sri Lanka, zu kultivieren. 1696 (oder 1699?) sollte Java, eine Insel zwischen Sumatra und Bali und niederländische Kolonie, folgen. Die Kaffeepflanzen auf Java kamen aus Arabien.

Viele weitere niederländische Kolonien eigneten sich für den Anbau von Kaffee und so überführten die Holländer den Kaffee bzw. den Kaffeesamen 1718 nach Surinam. Andere europäische Seefahrernationen wollten sich jedoch ebenfalls ein Stück von dem Kuchen sichern. So wurde Kaffee 1720/1723 von Frankreich nach Martinique importiert und 1725 nach Cayenne eingeführt. 1730 brachten die Franzosen den Kaffee fernerhin nach Guadeloupe. Mit dem Export 1727 nach Brasilien legten die Portugiesen den Grundstein für die heute größte Kaffeeexportnation der Welt.

  • 1690 (vielleicht schon 1658) Ceylon (Sri Lanka)
  • 1696 (oder 1699) Java
  • 1718 Surinam
  • 1720 (1723) Martinique
  • 1725 Cayenne
  • 1727 Brasilien
  • 1730 Guadeloupe

Der Kaffee wurde so zu einer der am meisten kultivierten Pflanzen der Tropen am Ende des 18. Jahrhunderts. Der Reichtum der Kaffee anbauenden und exportierenden Nationen begründete sich meist auf der harten Arbeit der Sklaven, die in Lateinamerika und der Karibik auf den Kaffeeplantagen schuften mussten.

Interessant: Letztlich wurde der Kaffee aus den Kolonien tatsächlich wieder in das Osmanische Reich importiert. Dort, wo der Kaffee seine Erfolgsgeschichte rund um die Welt begann, reduzierte sich die heimische Quote an jemenitischem Kaffee. Importierter Kaffee aus Übersee wurde zu einem beträchtlichen Anteil getrunken.

Wie Kaffee die Welt bewegt

Der Kaffee verdrängte nach und nach das Bier und den Wein in Europas Straßen und Häusern. Konnten sich zu Beginn nur gut bürgerliche Haushalte und der Adel den echten Bohnenkaffee leisten, trank die ärmere Bevölkerung Ersatzkaffee wie Muckefuck, Malzkaffee, Stragelkaffee oder Zichorie. Kaffee blieb eine lange Zeit etwas ganz Besonderes für den nicht privilegierten Teil der Population. Nur sonntags und an Feiertagen wurde das schwarze Getränk im Sonntagsgeschirr aufgetischt. Dennoch war ab 1733 das “Kaffee trinken” in Deutschland sehr beliebt und bereits weit verbreitet. Das Kaffeetrinken am Nachmittag bürgerte sich immer mehr in unseren Hemisphären ein.

Es war jedoch nicht alleinig der Verzicht auf den Alkohol, der Kaffee immer beliebter werden ließ. Das Ritual um das Kaffee trinken begeisterte die meisten Menschen sehr. Es wurde genutzt um zusammen zu kommen und zu sprechen. Während die Männer überwiegend die Kaffeehäuser besuchten, trafen sich die Frauen in privaten Räumlichkeiten und Runden. Der Kaffeeklatsch war geboren. Neben der exotischen Zeremonie den Kaffee zuzubereiten, begeisterte die Gesellschaften die anregende Wirkung des Kaffees.

Doch nicht nur das enthaltene Koffein macht den Kaffee zum belebenden und aufputschenden Getränk, auch die Diskussionen in den Kaffeehäusern müssen sehr anregend gewesen sein. Vielleicht hat Kaffee die Geschichte entscheidend revolutioniert?

Hat Kaffee die Geschichte entscheidend revolutioniert?

Mehrere Wissenschaftler vertreten die Überzeugung, dass der Kaffee und dessen Konsum erhebliche Auswirkungen in und auf die Geschichte durch die Jahrhunderte hatte.

Dass der Genuss von Kaffee so manches aufständisches Gedankengut begünstigte ist nicht von der Hand zu weisen. Kaffeehäuser wurden im Laufe der Geschichte immer wieder geschlossen und von den verschiedenen Regierungen verboten, eben weil unter anderem die Befürchtung bestand, dass bei den Zusammentreffen der Kaffeerunden Ideen entwickelt werden, die sich gegen die Obrigkeit wenden könnten. So gilt das noch heute existierende Café Procope in Paris als die Wiege der französischen Revolution. In ihm verkehrten Schriftsteller und Künstler.

Wissenswert: Tiefgreifende Veränderungen in Europa brachen zeitgleich los, als die Bevölkerung vom hauptsächlichen Genussmittel Bier teils entsagten und um wenigstens am Tag das Kaffee trinken zu bevorzugen.

Kaffeehäuser und der Konsum von Kaffee florierten enorm kurz vor der französischen Revolution, dem Unabhängigkeitskrieg in den Vereinigten Staaten und der Revolution in Österreich 1848/1849. War dies Zufall oder bekamen die Vordenker ihre Inspiration durch den Kaffee?

Erst vor Kurzem hat zu der Theorie das ZDF eine interessante Reportage von Terra X gebracht. “Hat Kaffee die Geschichte maßgeblich verändert?” In der 12 Minuten dauernden Dokumentation geht es speziell um Kaffee und seinen Einfluss auf große Revolutionen und Aufstände. Die ganze einstündige Terra X Folge “Kaffee - Geheimnisse eines Wundertranks” kannst Du hier anschauen.

Tags: Kaffeebohne
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