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Handfilter - Was ist Pour Over Kaffee?

Handfilter - Was ist der Unterschied zwischen Dauerfilter und Filtertüten und welche verschiedenen Kaffeefilter gibt es?

Inhaltsverzeichnis

Der Full Immersion Kaffee

Lange bevor Melitta Bentz Ihren ersten Handfilter erfand, wurde Kaffee auf unterschiedlichste Arten zubereitet. Blieb der Löffel im Kaffee stehen, wurde er sicher nach dem Prinzip der Mazeration aufgebrüht. Mazeration bedeutet so viel wie aufweichen oder auslaugen. Die Zubereitung wird heute noch für den klassischen Mocca verwendet. Dabei wird der sehr fein gemahlene Kaffee mit kochendem Wasser überschüttet und muss dann 5 Minuten ziehen. Er sollte aber nicht kochen, da der Mokka sonst bitter wird. Serviert wird nur der Schaum und der vorsichtig abgeschöpfte Mocca Kaffee. Der Kaffeesatz bleibt im Cezve, dem langstieligen Kännchen für Mokka.

Auch die French Press, die American Press oder der Ionic Pot bedienen sich auch der Full Immersion (Mazeration) Kaffeezubereitung. Das Kaffeepulver wird bei den Kaffeezubereitern komplett mit Wasser vermischt, bevor es durch einen Filter getrennt wird. Bei dieser Infusionsmethode werfen allerdings die im Kaffee enthaltene Fette und Öle nicht separiert, was dem fertigen Kaffee einen sehr vollmundigen und kräftigen Geschmack verleiht.

Die Pour Over Methode - Wie eine Dose die Kaffeezubereitung revolutionierte

In Europa entwickelte sich die Tradition, den gekochten Kaffee beim Servieren zu dekantieren oder durch ein Sieb zu gießen, um den unliebsamen Kaffeesatz zurück zu halten. Das war nicht nur umständlich, sondern es ging auch viel Kaffee verloren, denn der restliche Kaffee konnte nicht weiter verwendet werden, da sich durch zu langes Einweichen die Bitterstoffe aus dem Kaffee lösten. Eine andere Lösung musste her: Im 18. Jahrhundert wurde versucht, mit Hilfe von Filtern aus Leinen, anderen Stoffarten oder Löschpapier, Wasser und Kaffeepulver schon beim Zubereiten zu trennen: Der Kaffeefilter aus Stoff war geboren, den wir heute meist als Teestrumpf kennen.

Das Kaffeefiltern durch einen Trichter mit Löschpapier war da eine gute Alternative, jedoch dauerte es oft lange bis der Kaffee durch die kleine Öffnung und das Papier gefiltert werden konnte. 1908 war es schließlich soweit. Melitta Bentz aus Dresden erfand den ersten Kaffeefilter. Dazu durchlöcherte sie den Boden einer Dose mit einem Nagel und schnitt ein Löschpapierblatt so zu, dass es perfekt auf den Boden der Dose passte. Ihre Erfindung stellte sie auf eine Kaffeekanne oder Tasse, verteilte Kaffee gleichmäßig auf dem Filter und goß fast kochendes Wasser darüber. Das Ergebnis war ein wohlschmeckender, fast kaffeesatzfreier Kaffee.

Pour Over Methode

Die Pour Over Methode war erfunden. Der Vorteil lag ganz klar auf der Hand. Der Löschpapier-Filter setzte sich nicht so schnell zu oder riss so schnell wie im Trichter, und der Kaffee konnte viel schneller und gleichmäßiger aufgebrüht werden.

Schließlich meldete das Ehepaar Bentz am 20.06.1908 ihre Weiterentwicklung den “Kaffeefilter mit nach unten gewölbtem, mit einem Abflussloch versehenen Boden und lose liegendem Siebe” beim kaiserlichen Patentamt an. Für die runden Filter, die zunächst aus Aluminium gefertigt wurden, gab es passend kreisrundes Einweg-Filterpapier. Erst 1937 erhielt der Melitta Handfilter seine heutige zulaufende Form aus Keramik mit den passenden Filtertüten. Das besondere an diesem Filter sind die Längsrillen auf der Innenseite, die es dem Kaffee ermöglichen auch an den Seiten des Filterpapiers auszutreten. Durch das Filterpapier werden Fette und Öle, die natürlich in den Kaffeebohnen enthalten sind, zum Großteil ausgefiltert. So enthält der Kaffee deutlich weniger Bitterstoffe und wirkt insgesamt milder.

Der Pour Over Coffee ( was zu deutsch soviel bedeutet wie übergießen ) wird auch als Tropf- oder Drip-Methode bezeichnet. Bei dieser Kaffeezubereitung wird das Kaffeepulver in einem Filter mit heißem Wasser übergossen. Der fertige Kaffee ohne Kaffeesatz und Schwebeteilchen wird im darunter stehenden Gefäß aufgefangen. Zur Pour Over Methode zählen alle Filterkaffeemaschinen, Handfilter, die Chemex und sogar im weitesten Sinne die Karlsbader Kanne.

Kaffee mit Handfilter zubereiten

Expertenwissen: Neben der Full Immersion Methode und der Pour Over (oder Drip) Methode gibt es noch die Perkolator Methode, die beispielsweise der klassische Espressokocher verwendet. Bei dieser Methode wird das Wasser im unteren Teil der Kanne erwärmt. Hat das Wasser den Siedepunkt erreicht, entsteht ein Überdruck im Wasserbehälter. Dadurch wird das Wasser durch ein Sieb, das das Kaffeepulver enthält, gedrückt. Das erhitzte Wasser, oder besser gesagt der Espresso, steigt weiter durch ein zweites Sieb in ein Fallrohr und wird im oberen Espressokännchen aufgefangen.

Handfilter - welche Arten gibt es?

Handfilter gibt es inzwischen in der verschiedensten Materialien, Farben und Größen.

Die Form ist bei den meisten Kaffeefilter-Halterungen ähnlich: Entweder sind die Halterungen für den Kaffeefilter kegelförmig rund zulaufend wie der Hario V60 oder kegelförmig flach zulaufend wie der Melitta Keramik Handfilter. Klar ist aber, dass sich alle Handfilter aus dem Melitta Filter entwickelt haben.

  • Kaffeefilter aus Kunststoff wie der Melitta Kaffeefilter
  • Kaffeefilter aus Keramik wie der Melitta Kaffeefilter
  • Kaffeefilter aus Glas wie der Hario V60 oder die Chemex Kaffeekaraffe
  • Kaffeefilter aus Kupfer wie der Hario V60 Copper Dripper 02 Kaffeefilter
  • Kaffeefilter aus Edelstahl wie der vietnamesische Kaffeefilter Cafe Phin oder der Kalita Wave

Diese Kaffeefilter-Halter kommen allerdings nicht ohne einen Kaffeefilter aus. Auch bei den Kaffeefiltern gibt es Unterschiede. Differenziert wird der Dauerkaffeefilter und Einmal-Kaffeefilter wobei die Kaffeefilter aus unterschiedlichen Materialien bestehen

Kaffeefilter

Übersichtstabelle der Kaffeefilter und aus welchen Materialien sie bestehen

Dauerkaffeefilter Einweg-Kaffeefilter
Kunststoff Kaffeefilter in verschiedenen Größen und Formen
Edelstahl Kaffeefilter chlorfrei gebleicht
Hanf Kaffeefilter aus verschiedenen Papierartigen Fasern wie Holz, Hanf oder Bambus
Baumwolle Kaffeefilter mit Aromen


Die Dauerkaffeefilter sind eine gute Alternative, um zusätzlichen Müll zu vermeiden und sich dauerhaft das Geld für Filtertüten zu sparen. Allerdings filtern sie durch ihre Beschaffenheit, eine feinporige Siebstruktur, weder Öle noch Bitterstoffe aus dem Kaffeepulver. Dadurch wird der Kaffee kräftiger und aromatischer und eventuell auch etwas bitterer. Bei Einmal-Filtertüten werden die verschiedenen Öle aus der Kaffeebohne mitgefiltert, was wiederum zu einem anderen Geschmack des Kaffees führt. Allerdings kommt es auch wesentlich auf die Qualität der Einmal-Filtertüte an. Sehr günstige Varianten halten oftmals nicht in der Naht, sodass Kaffeesatz im Kaffee landet, oder sie haben einen unangenehmen Eigengeschmack.

Expertentipp: Um herauszufinden ob Deine Filtertüte einen Eigengeschmack hat oder geschmacksneutral ist, schneide eine Filtertüte klein und lege sie für eine Minute in warmes Wasser. Schmeckt das Wasser anschließend anders, ist das der Eigengeschmack der Filtertüte.

Handfilter - vier Modelle im Vergleich:

Jetzt stellen wir Dir die vier gängigsten Handfilter Modelle vor. Welcher Kaffeefilter am Ende für Dich der Beste ist, musst Du natürlich entscheiden. Jedoch gibt es bestimmte Kriterien und Vorteile, die für den ein oder anderen Handfilter sprechen. Handfilter in verschiedenen Materialien gibt es von verschiedenen Firmen wie beispielsweise Melitta, Hario, Tchibo, Cilio uvm.. Im Folgenden wollen wir Ihnen die einzelnen Materialien vorstellen und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.

  • Handfilter aus Kunststoff
  • Handfilter aus Glas
  • Handfilter Kalita Wave aus Edelstahl
  • Handfilter aus Porzellan

Handfilter aus Kunststoff

Handfilter aus Kunststoff

Handfilter aus Kunststoff sind widerstandsfähig und praktisch. Allerdings neigen sie bei häufigem Gebrauch zur Verfärbung und sehen dann schnell ungepflegt aus. Als Handfilter für unterwegs im Urlaub, oder beim Camping, sind sie allerdings eine gute Wahl, da sie sehr robust sind. Auch die meisten Filterkaffeemaschinen arbeiten mit Kaffeefilter-Halter aus Kunststoff.

Kleiner Tipp: Achte beim Kauf auf hitzebeständigen und lebensmittelechten Kunststoff. Billig produzierte Handfilter und nicht getesteter Kunststoff können gesundheitliche Risiken bergen. Deswegen empfehlen wir für den täglichen Gebrauch einen Handfilter aus beständigen und sicher verträglichen Materialien. Im Folgenden findest du ein paar der bekanntesten Modelle bei denen Du auf “Nummer sicher” gehen kannst bei Handfilter aus Kunststoff:

  • Melitta Handfilter Kunststoff für eine bis vier Tassen
  • Westmark Handfilter Kunststoff
  • Hario V60 aus Kunststoff
  • Fackelmann Kaffeefilter aus Kunststoff

Handfilter aus Glas

Handfilter aus Glas

Handfilter aus Glas sehen edel aus und sind gut zu pflegen, doch haben sie meist eine Schwachstelle: Sie sind leichter anfällig für Bruchschäden. Glas, das hohen Spannungen ausgesetzt wird z.B. durch Erwärmen, kann beim Abkühlprozess spröde werden. Außerdem sind die Glasfilter extrem heiß, wenn man den Kaffee aufgebrüht. Allerdings sind Handfilter aus Glas ein wahrer Augenschmaus gegenüber Handfilter aus Kunststoff. Kaum ein anderes Material für den Kaffeefilter wirkt so rein und edel wie Glas. Nicht umsonst verzeichnen die Chemex Kaffee Karaffe und ähnliche Fabrikate einen hohen Absatz.

  • Chemex Kaffee Karaffe
  • Hario glass coffee dripper
  • Leonardo Kaffeebereiter
  • Trend Glas Kaffeebereiter

Handfilter aus Keramik

Handfilter aus Keramik

Handfilter aus Keramik sind deutlich robuster gegen Bruch und Hitzeschäden als Handfilter aus Glas. Ihre versiegelte Oberfläche ist besonders resistent gegen Verfärbungen.

Den Handfilter aus Keramik kennen viele noch aus ihrer Kindheit. Deswegen findet man noch heute in vielen Haushalten Keramik Handfilter aus nostalgischen Gründen. Doch Achtung: Gerade günstige Fabrikate sind nicht resistent gegen Verfärbungen oder sehr bruchanfällig, da sie aus qualitativ minderwertiger Keramik gefertigt werden um Kosten zu sparen. Hier solltest Du beim Kauf auf Qualität achten, denn auch hier gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Diese vier Modelle lassen dich nicht im Stich:

  • Melitta Kaffeefilter
  • Rosenstein & Söhne Porzellan Kaffeefilter
  • Hario V60 aus Keramik
  • Alfi Kaffeefilter Porzellan

Handfilter aus Metall - der Kalita Wave

Handfilter aus Metall

Handfilter gibt es aus unterschiedlichen Metallen - zumeist wird Kupfer oder Edelstahl verwendet. Diese Handfilter aus Metall sind die absoluten Allrounder. Sie sind hitze-, stoß- und kratzbeständig.

Einen ganz Besonderen wollen wir an dieser Stelle erwähnen - den Kalita Wave. Der Kalita Wave ist ein Produkt der japanischen Firma Kalita, die neben ihren Kaffee Filtern aus unterschiedlichen Materialien auch Kaffeemühlen, Tassen, Wave Pot Wasserkocher und dem ausgefallenen Cold Brew Tower auch noch die speziellen Kalita Wave Filtertüten entwickelt hat. Der Kalita Wave #185 ist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt und wie eine Tasse geformt. In seinem fast ebenen Boden sind drei Löcher eingelassen. Der Griff besteht aus dunklem Melaminharz, das keine Wärme leitet. Das besondere am Kalita Wave Dripper sind seine speziell entwickelten Filtertüten. Mit ihren 20 Wellen erinnern sie entfernt an die Form von Muffins Papieren. Diese Wellen (engl. Waves) sorgen dafür, dass der Filter immer nur wenig Kontakt zum Edelstahl hat, wodurch dem Wasser deutlich weniger Wärmeenergie entzogen wird.

Außerdem sorgt der Wellenfilter durch seine Form für ein gleichmäßiges und kontinuierliches Abfliessen des Kaffees. Der flache Boden des Kalita Wave sorgt für weniger Verwirbelungen als bei einem spitz zulaufenden Kaffeefilterhalter, wodurch eine besonders gleichmäßige Extraktion des Kaffees ermöglicht wird. Mit dem Kalita Wave brühst du im Handumdrehen einen erstklassigen Filterkaffee auf, auch ohne große Technik.

Ganz allgemein eignen sich Handfilter aus Metall bestens auch für unterwegs. Auch gibt es Handfilter aus Metall, die das Design des Dauerfilter mit dem des Handfilters verbinden, wie beispielsweise der Leopold Vienna Kaffee Dauerfilter mit Standfuß. Dieser Filter besteht aus einem trichterförmigen Metallsieb, das sowohl als Full Immersion Kaffeesieb, aber auch mit dem Standfuß als Pour Over Filter verwendet werden kann. Das Praktische hierbei: Es sind keine weiteren Filtertüten notwendig.

  • Kaffeefilter Cafe Phin
  • Hario V60 metal dripper
  • Leopold Vienna Kaffee Dauerfilter
  • Kalita Wave #185

Handfilter findest du also in verschiedenen Materialien, Modellen und Einsatzmöglichkeiten. Ebenso die Größen der Handfilter können variieren. Die gängigsten Größen der Handfilter sind eine bis vier Tassen. Manche der Handfilter, die für mehrere Tassen sind, haben sogar extra zwei Abläufe, damit man zwei Tassen gleichzeitig befüllen kann. Wichtig ist natürlich auch die Wahl der passenden und richtigen Filtertüten, für dein perfektes Filterkaffee-Erlebnis.

In 11 Schritten zu einer guten Tasse Filterkaffee

Es kommt nicht nur auf den richtigen Handfilter und Kaffeefilter an, sondern auch auf die richtige Technik. Damit Dir der perfekte Filterkaffee gelingt, haben wir Dir die zehn Punkte zusammengefasst, wie Dein Filterkaffee richtig gut wird.

Hochwertiger Kaffee

  1. Nimm hochwertigen Kaffee in ganzer Bohne.
  2. Mahle den Kaffee frisch kurz vor dem Aufbrühen.
  3. Wähle hierfür einen mittleren Mahlgrad für Deine Kaffeebohne.
  4. Verwende Filtertüten, die keinen Eigengeschmack abgeben.
  5. Spüle die Filtertüten vor dem Befüllen mit warmem Wasser.
  6. Nimm circa 8 bis 10 g (je nachdem, wie stark Du deinen Kaffee magst) vom frisch gemahlenen Kaffee.
  7. Benetze den Kaffee mit etwas Wasser und lasse ihn circa 30 Sekunden “aufblühen” (auch Blooming genannt).
  8. Die Wassertemperatur sollte zwischen 90 und 96 Grad liegen.
  9. Gieße nun das Wasser langsam in kreisenden Bewegungen auf das Kaffeepulver.
  10. Beim letzten Aufguss schwenke den Kaffeefilter, dadurch verhinderst du ein Ansetzten des Kaffeesatzes am Rand und dass der letzte Aufguss dadurch zu dünn wird.
  11. Beende die Filtration und rühre den fertigen Kaffee einmal ordentlich um.
  12. Genieße deinen Kaffee in Ruhe und gönne Dir einen Augenblick Auszeit!

Egal mit welchem Kaffeefilter Du Dir Deinen Kaffee aufgebrüht hast, lass ihn Dir schmecken!

 

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