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Warum schmeckt mein Kaffee nicht, ist bitter oder sauer?

Dein Kaffee schmeckt bitter oder sauer? Er hat nicht das gewünschte Aroma, schmeckt nach irgendwas, aber nicht so, wie gewollt?

Der Geschmack von Kaffee wird nicht alleine von dessen Qualität beeinflusst. Viele Kriterien wirken sich auf die Wahrnehmung am Gaumen aus. Neben grundlegenden Faktoren für einen klares, unbeeinträchtigtes Geschmackserlebnis wie dem verwendeten Kaffee, die Methode der Zubereitung, dem Mahlgrad, die Kaffeedosierung, Wassermenge und Qualität des Kaffeewassers können Gegebenheiten wie vorher konsumiertes Essen, Rauchen, Tageszeit und das eigene Wohlergehen entscheidend für das Empfinden des Geschmacks und der Aromen sein.

Unser Hintergrundwissen und Tipps werden Dir helfen, die Ursachen zu finden und den Geschmack Deines Kaffees wesentlich zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Mein Kaffee schmeckt bitter - Was kann ich tun?

Es sind einige Faktoren, die den Kaffee bitter schmecken lassen und somit den Geschmack negativ beeinflussen können. Doch die meisten Ursachen kann man einfach beheben, hat man erst einmal Kenntnis von ihnen. 6 Ursachen und Fehlerbehebungen findest Du hier.

  1. Die Röstung

Die wohl häufigste Ursache dafür, das der Kaffee bitter schmeckt, ist eine zu dunkle Röstung. Von einer dunklen Röstung spricht man nicht nur beim Espresso. Auch beim Kaffee werden die Kaffeebohnen, insbesondere in der industriellen Röstung, in kürzester Zeit und bei extrem hohen Temperaturen von 800°C geröstet. Das nur zwei Minuten dauernde Röstverfahren lässt die Kaffeebohne äußerlich braun und knackig erscheinen, das Äußere ist bei diesen radikalen Einflüssen aber leider eher als verbrannt zu bezeichnen. Ihre durchaus positiven inneren Werte kann die Kaffeebohne so nicht entfalten. Die Röstung mit zu hohen Temperaturen setzt Bitterstoffe frei und lässt den Kaffee bitter schmecken.

Dunkle Röstung

Tipp: Eine schonende Röstung erfolgt bei maximal 200°C. Die Kaffeebohne durchläuft in 20-30 Minuten, je nach Kaffeesorte, unterschiedliche Stadien, die sie während der Röstung reifen lässt. Achte darauf, wie Dein Kaffee geröstet wird.

  1. Die Temperatur des Wassers

Ein weiterer entscheidender Faktor darüber, ob Dein Kaffee bitter schmeckt oder nicht, ist die Temperatur des Kaffeewassers. Optimal liegt diese bei 92°C- 95°C. Die Aromen im Kaffee lösen sich bestmöglich. Bei heißerem Wasser werden die nicht gewollten Bitterstoffe gelöst, viele feine Aromen werden zerstört.

Tipp: Wenn Du die einen Kaffeebereiter nutzt oder einen handgefilterten Kaffee zubereitest, bei dem Du das Wasser vorher abkochen musst, lasse das Kaffeewasser ca. 1 Minute ruhen, bevor Du mit dem Aufbrühen beginnst. Dann dürfte die perfekte Temperatur gegeben sein. Bei den meisten Kaffeevollautomaten lässt sich die Temperatur in den Einstellungen regeln.

  1. Zu feiner Mahlgrad

Ist der Kaffee zu fein gemahlen, hat das Kaffeepulver eine zu große Oberfläche. Die Extraktionszeit ist für das zu feine Kaffeemehl meist zu lang gewählt bzw. der Mahlgrad gehört angepasst. Auch in diesem Fall werden die nicht gewollten Bitterstoffe freigesetzt und lassen den Kaffee bitter schmecken.

Der richtige Mahlgrad im Zusammenspiel mit der Art der Zubereitung und der Kontaktzeit macht einen perfekten Kaffee aus.

Tipp: Für die jeweilige Zubereitung und für ein möglichst frisches Geschmackserlebnis empfehlen wir Dir, den Mahlgrad auf die Zubereitungsart abzustimmen und den Kaffee immer erst kurz vor der Herstellung zu mahlen.

  1. Die Kaffeeart - Robusta oder Arabica

Die Ursache bei einem zu bitter schmeckendem Kaffee kann auch sein, das zu viel Robusta Bohnen beispielsweise im Espresso oder der Kaffeemischung sind. Robusta Kaffee ist von Haus aus kräftiger und bitterer im Geschmack als Arabica. Handelt es sich um eine ausgewogene Kaffeemischung bzw. Espresso, bei der das Mischungsverhältnis zwischen Arabica und Robusta stimmt, fällt die bittere Note des Robustas nicht ins Gewicht. Mehr zu den Vor- und Nachteilen und den Unterschieden von Robusta und Arabica kannst Du hier nachlesen.

Tipp: Die sortenreinen Länderkaffees, die alle zu 100% Arabica sind, sind im Verhältnis der Aromen sehr ausgewogen. Eine harmonische Balance zwischen Arabica und Robusta in den Kaffeemischungen und Espressi und der persönliche Geschmack sind entscheidend darüber, ob man sie als bitter empfindet oder nicht.

  1. Die Extraktionszeit

Die Extraktionszeit sollte immer der jeweiligen Zubereitungsmethode angepasst sein, da eine zu lange Kontaktzeit von Kaffee zum Wasser auch einen bitteren Nachgeschmack nach sich ziehen kann. Da hat man seinen vermeintlich liebsten Kaffee gefunden und plötzlich schmeckt er so ganz anders mit einem anderen Kaffeebereiter? Kaffee zuzubereiten heißt oft auch einfach ausprobieren, also ruhig auch mal mit der Ziehzeit zu experimentieren.

Tipp:: Um einen bitteren Geschmack zu vermeiden ist bei der French Press eine Kontaktzeit von 4 Minuten angemessen, damit das grob gemahlene Kaffeepulver mit dem Wasser reagieren kann. Bei der Zubereitung eines Filterkaffees empfehlen wir eine Ziehzeit von 2-3 Minuten, während die AeroPress nur 2 Minuten benötigt.

  1. Die richtige Reinigung Deines Kaffeebereiters

Kaffee ist reich an Aromen Ölen und anderen Bestandteilen, die sich in Deinem Kaffeezubereiter festsetzen können. Im Kontakt mit Sauerstoff oxidieren diese Rückstände und schmecken ranzig. Leicht zu reinigende Kaffeebereiter, bei dem man jedes einzelne Teil einsehen kann, haben hier einen großen Vorteil gegenüber einem Kaffeevollautomaten, bei dem viele Bauteile versteckt liegen. Aber auch in der Kaffeemühle können sich Öle ansammeln, die den Geschmack des Kaffees jedesmal auf’s Neue beim Mahlen negativ beeinflussen.

Tipp: Nicht nur für den Geschmack, sondern auch für eine lange Lebensdauer ist es wichtig, den Kaffeevollautomaten regelmäßig zu reinigen und zu pflegen. Gesonderte Reinigungsprogramme machen dies ganz einfach.

Fazit: Wenn Kaffee bitter schmeckt, muß dies nicht immer negativ belegt sein. Erinnert der Kaffee an Bitterschokolade, Walnüsse oder Grapefruit kann man diese Bitterkeit als durchweg positiv betrachten. Beschriebene Faktoren, die zu einer negativen Bitterkeit führen, lassen sich mit unseren Tipps verändern.

Wieso schmeckt mein Kaffee sauer?

Wenn Dein Kaffee sauer schmeckt, kann dies verschiedenste Gründe haben. Neben der Kaffeebohne spielen auch hier gewisse Faktoren in der Zubereitung eine entscheidende Rolle. Die meisten lassen sich jedoch einfach beheben - für einen ungetrübten Kaffeegenuss. Das sind die 5 häufigsten Ursachen für zu sauer schmeckenden Kaffee. Schenkst Du diesen Punkten Beachtung, kann Dein Kaffee gleich viel besser schmecken.

  1. Die Röstung

Auch wenn der Kaffee sauer schmeckt, ist eine unsachgemäße Röstung meistens die Ursache dafür. Bei der industriellen Röstung wird bei großer Hitze von 800°C die Kaffeebohne von außen knackig braun geröstet, der Kern kann jedoch nicht ausreichend reagieren. Innerhalb der Kaffeebohne können sich die natürlich enthaltenen Säuren nicht, wie gewünscht, abbauen. Außen bilden sich Bitterstoffe, innen bleiben die Säuren erhalten. Auch eine zu helle Röstung kann zur Folge haben, das der Säureabbau nicht völlig abgeschlossen ist, wie es für den verbleibenden Säureeindruck und aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll wäre. Jede Kaffeesorte braucht ihre eigens auf sie abgestimmte Röstung.

Tipp: Eine schonende Röstung erfolgt bei 200°C für 20-30 Minuten im traditionellen Trommelröster. Hier sieht, riecht und hört der erfahrene Kaffeeröster, welches Stadium die Kaffeebohne gerade durchläuft und wann sie fertig geröstet ist.

  1. Die Wassertemperatur

Die Temperatur des Wassers kann auch ursächlich dafür sein, wenn der Kaffee sauer schmeckt. Im Gegenteil zu bei zu bitter schmeckendem Kaffee, wo das Wasser zu heiß verwendet wurde, ist bei sauer schmeckendem Kaffee das Wasser zu kalt. Hinzu kommt, das der Kaffee meist wässrig im Geschmack ist. Bereits unter 85°C nimmt die Temperatur wesentlich Einfluss auf den Säureeindruck des Kaffees. Bei zu kaltem Kaffeewasser können sich die Aromen im Kaffee nicht mehr bestmöglich ausbilden. Optimal ist eine Zubereitungstemperatur von 92°C-95°C.

Tipp: Nach ca. 1 Minute hat das abgekochte Wasser die richtige Temperatur zur Zubereitung von Filterkaffee per Hand, für die French Press, die AeroPress & Co. Beim Kaffeeautomat lässt sich die Temperatur in den Einstellungen anpassen.

  1. Der pH-Wert ist zu niedrig, das Wasser ist sauer

Nicht nur die Temperatur, sondern auch der pH-Wert des Wassers ist entscheidend dafür, wie man die Säure im Kaffee wahrnimmt. Zu saures Wasser mit einem niedrigen pH-Wert verstärkt den Säureeindruck des Kaffees zusätzlich. Kaffees die von Natur aus einen höheren Säuregehalt haben, schmecken mit weichem Wasser zubereitet, noch saurer. Das Wasser sollte einen pH-Wert von mindestens 7 aufweisen. Der pH-Wert und der Härtegrad des Wassers beeinflussen Säure und Bitterkeit vom Kaffee intensiv. Interessante Informationen zu der Wichtigkeit unseres Kaffeewassers für den Geschmack des Kaffees findest Du hier.

Tipp: Wenn das Trinkwasser natürlicherweise zu weich ist, sorgen in der Regel die heimischen Stadtwerke dafür, das sich der pH-Wert im Normbereich befindet. Mehr Infos zu Deinem Trinkwasser erfährst Du über wasserversorger.de oder direkt bei Deinem Wasserversorger.

  1. Auf die Kaffeesorte kommt es an

Kaffeebohnen haben von Natur aus einen gewissen Säuregehalt, der von Kaffeesorte zu Kaffeesorte stark variiert. Für den einen Kaffeeliebhaber gehört ein angenehmer Säureeindruck zum Kaffeetrinken dazu, der andere empfindet ihn als eher störend. Richtig geröstet, entfaltet der jeweilige Kaffee sein ganz eigenes Aroma, zu dem auch die Fruchtsäure zählt. Nimmst Du diesen Eindruck als eher störend wahr, solltest du lieber zu Kaffees greifen, die kaum Säure aufweisen.

Tipp: Besonders die südamerikanischen Kaffees weisen nur einen sehr geringen Säureeindruck auf. Aber wie schon gesagt: Viele Kaffeeliebhaber lieben gerade diese feine Note im Kaffee und würden nur ungern darauf verzichten.

  1. Zu grober Mahlgrad

Ein zu grober Mahlgrad lässt den Kaffee, sauer und/oder wässrig schmecken. Das grob gemahlene Kaffeepulver weist eine geringere Oberfläche auf, Wasser und Pulver können nicht ausreichend miteinander reagieren. Die Folge: Der Kaffee unterextrahiert. Bei der Unterextraktion werden primär die Säuren gelöst anstatt die Bitterstoffe.

Tipp: Mahlgrad und Extraktionszeit sind bei jeder Zubereitungsmethode unterschiedlich und können nach eigenem Belieben und Geschmack angepasst werden. Frisch gemahlener Kaffee ist natürlich immer die beste Wahl.

Fazit: Säure kommt im Kaffee ganz natürlich vor und muss nicht zwangsläufig etwas negatives bedeuten. Für viele Kaffeetrinker ist der Begriff Säure beim Kaffee mit negativen Assoziationen begleitet. Eine stimmige Säure im Kaffee kann jedoch eine wahre Bereicherung für die Aromenvielfalt sein. Deshalb, nicht abschrecken lassen, wenn ein Kaffee mit Säure beschrieben wird. Ist die Ursache jedoch auf die Röstung, Mahlgrad oder das Wasser zurückzuführen, kann man diese Gründe abstellen.

Guter Kaffee


Checkliste für richtig guten Kaffee

Außer das ein Kaffee bitter oder sauer schmeckt, kann er bedauernswert wenig Aroma aufweisen. Weist er gar einen Fremdgeschmack auf, wird der Kaffeegenuss wesentlich beeinflusst. Mit unserer Checkliste für richtig guten Kaffee wird Kaffee zum Genuss.

Dein Kaffee schmeckt fad und hat wenig Aromen?

  • Aromen sind flüchtig - deshalb Kaffee immer möglichst frisch mahlen. Bereits gemahlener Kaffee sollte gut verschlossen und innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht werden.
  • Umso frischer, desto besser. Unsere Kaffees sind alle mit einem Röstdatum versehen. Verbrauche Ihn möglichst innerhalb zwei Monaten.
  • Achte beim Kauf darauf, das die Kaffeetüte ein Aromaventil hat. So kann der Kaffee nach der Röstung optimal ausgasen und die Aromen bleiben erhalten.
  • Hat Dein Kaffee wenig Aroma, dann ist evtl. die Kaffeedosierung zu niedrig gewählt
  • Passe die Extraktionszeit auf den Mahlgrad und den Zubereiter an. Grob gemahlener Kaffee braucht in der Regel eine längere Ziehzeit.
  • Schmeckt Dein Kaffee fad, ist Dein Wasser möglicherweise zu hart. Die Mineralien im Wasser binden nämlich die Aromen. Checke die Wasserhärte deines Wassers - über 6°dH ist zu hoch. Benutze evtl. einen Filter oder greife auf Wasserflaschen zurück.
  • Die Lagerung sollte möglichst kühl, dunkel und gut verschlossen erfolgen. Auch wenn der Kaffee vakuumisiert und richtig gelagert ist, verliert er kontinuierlich an Aromen.

Dein Kaffee weist Fremdgeschmack auf?

  • Auch hier gilt: Lagere deinen Kaffee kühl, dunkel und gut verschlossen. In den Kühlschrank stellt man Kaffee auch zum Binden von Gerüchen, dafür soll dein Kaffee zum Trinken sicher jedoch nicht dienen, oder? In Kaffeedosen sollte der Kaffee nie lose eingefüllt werden, da auch die Bohnen Öle abgeben, welches ranzig wird. Also entweder deponiert man den Kaffee mit der Tüte in der Dose oder reinigt die Kaffeedose regelmäßig.
  • An sämtlichen Kaffeemaschinenteilen oder auch der Kaffeemühle können sich Rückstände von Ölen und Fetten bilden. Diese reagieren mit Sauerstoff und werden ranzig. Deshalb ist es wichtig, jedes Teil regelmäßig intensiv zu reinigen und anschließend ausreichend durchzuspülen.
  • Auch hier kann die Qualität des Wassers eine wichtige Rolle spielen. Sind die Wasserleitungen geschmacksneutral? Ist der evtl. verwendete Wasserfilter noch in Ordnung?
  • Zu alter Kaffee kann oxidieren und schmeckt dann ranzig - also lieber immer frischen Kaffee geniessen
  • Die Qualität des Rohkaffees kann auch zu ungewollten Geschmackserlebnissen führen. Wenn Kaffeebohnen beim Gärungsprozess überfermentieren, können sie einen fauligen, modrigen Geschmack abgeben. Eine solche Kaffeebohne bezeichnet man als Stinkerbohne - zu recht. Mit einer solchen Kaffeebohne in der Tüte wird der Kaffee ungeniessbar. Bei einem Kaffee, in Handarbeit hergestellt, wie in unserer Kaffeerösterei, brauchst du jedoch keine Stinkerbohne befürchten.
Tags: Kaffeebohne
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